Ihre Fragen

Ihre Fragen - unsere Antworten

Während der Vorbereitungen zum Volksbegehren tauchten eine Reihe von Fragen immer wieder auf – auf den folgenden Seiten können Sie unsere Antworten nachlesen.

Sollte Ihre Frage nicht dabei sein, schicken Sie uns bitte eine eMail. Wir bemühen uns, möglichst rasch eine Antwort zu geben!

Fragen zum Inhalt des Volksbegehrens

Fragen zur Abwicklung / Unterschriften sammeln

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fragen zum Inhalt des Volksbegehrens

Warum das Abitur nach 13 Jahren für Gymnasien und Gesamtschulen?  Zurück nach oben

Alle Schülerinnen und Schüler auf Gymnasien und Gesamtschulen sollen auf dem Weg zum Abitur wieder mehr Zeit bekommen. Zeit zum Lernen, aber auch, um ihre Neigungen zu entdecken und soziales Engagement in Vereinen oder anderen gesellschaftlichen Gruppen zu entwickeln. Es geht schließlich nicht nur um fachliche Qualifikation, sondern auch um die Entwicklung persönlicher Stärken und Fähigkeiten. Gesellschaft und Wirtschaft brauchen verantwortungsbewusste junge Menschen mit sozialer Kompetenz, die künftig mit Weitblick Entscheidungen für sich und Andere treffen können. Ein Schuljahr länger bis zum Abitur schafft ein Jahr mehr Zeit zur fachlichen und auch persönlichen Entwicklung. Außerdem: 33 bzw. 34 Stunden Unterricht in der Woche im 9. und 10. Schuljahrgang gehören dann der Vergangenheit an.

Für die Gesamtschulen bedeutet die Beibehaltung des Abiturs nach 13 Jahren, dass deren pädagogische Grundprinzipien – der gemeinsame Unterricht von Schülerinnen und Schüler aller Leistungsstufen und das lange Offenhalten möglicher Bildungsabschlüsse – erhalten bleiben. Die Einführung des Abiturs nach 12 Jahren auch an den Gesamtschulen macht dieses überaus erfolgreiche Konzept unmöglich.

Zusätzlich wird durch die Wiedereinführung des Abiturs nach 13 Jahren auch die gesetzlich zugesicherte Durchlässigkeit zwischen den Schulsystemen wieder hergestellt.  

Mein Kind ist besonders leistungsstark … Zurück nach oben

Wenn ihr Kind besonders leistungsstark ist und Sie gerne eine kürzere Schulzeit zum Abitur für Ihr Kind wünschen, so soll dies selbstverständlich möglich sein. Durch eine untergesetzliche Regelung, zu der die Landesregierung in unserem Volksbegehren ebenfalls aufgefordert wird, soll es allen Schülerinnen und Schülern möglich gemacht werden, auch in kürzerer Zeit zum Abitur zu gelangen. Dies kann entweder individuell oder in besonderen Lerngruppen erfolgen.

Es ist uns wichtig, intelligente Schulstrukturen zu entwickeln, die die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen und die Möglichkeit bieten, jedes Kind in seiner Gesamtheit zu sehen und zu fördern.

Sind Abiturienten nach einer 13-jährigen Schulzeit nicht zu alt?  Zurück nach oben

Mit dem Erwerb des Abiturs werden junge Menschen in das Erwachsenenleben entlassen, sie sollen in Studium und Beruf verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen und ihren Beitrag zum Gelingen unserer Gesellschaft leisten. Dies erfordert ein hohes Maß an menschlicher und sozialer Reife. Solche „Kernkompetenzen“ erlernt man jedoch nicht nur in der Schule, sondern vor allem in einem sozialen Umfeld, das jungen Menschen die Möglichkeit bietet, sich selbst kennen zu lernen und zu erproben. Gerade hierfür fehlt den jungen Menschen aber zunehmend die Zeit – das erhöhte Lern- und Unterrichtspensum der verkürzten Schulzeit lässt kaum Raum für außerschulische Aktivitäten. Was nutzt letztlich also dieses „gewonnene“ Jahr, wenn unsere Kinder anschließend nicht so gut gerüstet ins Leben gehen müssen?

Ist das Abitur nach 12 Jahren internationaler Standard, verlieren Niedersachsens Abiturienten nicht den Anschluss?  Zurück nach oben

Gerade wenn man internationale Standards zu Grunde legt, sollte man auch berücksichtigen, dass die Schulstrukturen anderer Länder ganz anders aufgebaut sind als in Deutschland. Dies beginnt mit der vorschulischen Ausbildung in Kindergärten und setzt sich fort in deutlich längerem gemeinsamen Unterricht aller Schüler, der Klassengröße und der geregelten Betreuung und Förderung in Ganztagsschulen. Internationalen Standard bei der Dauer der Schulzeit zu behaupten, aber im übrigen Schulsystem weit hinter internationalen Standards zu bleiben, ist einseitig.

Im nationalen und internationalen Vergleich kommt es zudem auf die Qualität des Abschlusses an. Über Jahrzehnte ist in der Bundesrepublik das Abitur nach 13 Jahren abgelegt worden; unsere Hochschulabsolventen, aber auch Facharbeiter und Handwerker hatten weltweit einen sehr guten Ruf. Made in Germany war in der Folge ein Qualitätssymbol auf der ganzen Welt und niemand hat nach dem Alter unserer Absolventen gefragt.

Warum sollen Neugründungen von Gesamtschulen erleichtert werden?  Zurück nach oben

Für viele Eltern ist die Gesamtschule eine gewollte Alternative zum dreigliedrigen Schulsystem für ihre Kinder, dies zeigen Elternbefragungen in vielen Gemeinden und Landkreisen. Doch gerade in ländlichen Gebieten gibt es nur einige wenige Gesamtschulen, die bei weitem nicht alle Schülerinnen und Schüler aufnehmen können, die sich um einen Platz bewerben. Trotzdem wird die Neugründung von Gesamtschulen weiterhin gesetzlich erschwert, indem jede neue Gesamtschule mindestens fünf Parallelklassen pro Jahrgang einrichten muss. In Gebieten mit nicht so hohen Schülerzahlen ist dies eine Forderung, die oft nicht erfüllt werden kann. Der Rückgang der Schülerzahl und das veränderte Wahlverhalten vieler Eltern macht eine Neuordnung der bisherigen Schullandschaft unumgänglich. Deshalb muss es künftig wieder möglich sein, Gesamtschulen mit vier, in Ausnahmefällen auch mit drei Parallelklassen einzurichten. Die Gemeinden und Kreise können so auch vorhandene Schulgebäude nutzen und damit Kosten sparen.

Was sind Volle Halbtagsschulen? Zurück nach oben

Volle Halbtagsschulen (VHS) sind in Niedersachsen vor rund 20 Jahren zunächst als Schulversuch eingerichtet und später im Schulgesetz verankert worden mit dem Ziel, eine verlässliche Unterrichtszeit (ca. 8:00-12:30 Uhr) mit Lehrkräften zu garantieren. Die Vollen Halbtagsschulen verfügen deshalb über zusätzliche Stunden für Lehrkräfte.

Diese Stunden werden für Integration, Inklusion, zusätzliche Förderung schwächerer, aber auch besonders leistungsstarker Schüler eingesetzt. Es gibt zudem an den Schulen unterschiedliche zusätzliche Angebote durch die Lehrkräfte, ohne dadurch Pflichtstunden opfern zu müssen (Schulwald, Sport, Musik, Fremdsprachen...). Das ermöglicht es den Lehrerinnen und Lehrern, positive Beziehungen zu den Kindern in Bereichen aufzubauen, die nicht unmittelbar mit der Vermittlung von Lerninhalten verbunden sind.

Ursprünglich sollten alle Grundschulen (und die Primarbereiche der Förderschulen) in Niedersachsen diese verbesserte Lehrerversorgung erhalten. Bis zum Schuljahr 1998/9 stieg die Zahl der Vollen Halbtagsschulen auf 271. Zum weiteren Ausbau ist es dann aus Kostengründen nicht mehr gekommen. Den bestehenden VHS, etwa 7 % aller Grundschulen, wurde im Jahre 2003 der Fortbestand gesetzlich verbrieft. Das soll nun aber nicht mehr gelten. Damit Lehrerstellen zur Stabilisierung der Unterrichtsversorgung an anderen Schulformen gewonnen werden, müssen die VHS am Ende dieses Schuljahres ihre Arbeit einstellen.

Die gute Qualität der Vollen Halbtagsschulen ist inzwischen wissenschaftlich belegt. In einer umfangreichen Studie des Instituts für Schulentwicklungsforschung der Technischen Universität Dortmund von Prof. Dr. Holtappels und Prof. Dr. Bos wurden im Zeitraum vom 01.01.2001 - 01.02.2004 Leistungen von Schülerinnen und Schülern an Vollen Halbtagsschulen mit anderen Schülergruppen verglichen. Das Ergebnis:

"In den Testleistungen (IGLU-Gesamttest) schneiden die Schüler/innen der Vollen Halbtagsgrundschule im Leseverständnis und im Sachunterricht signifikant besser ab"

"Die differenziertere Betrachtung der Leistungsdaten zeigt, dass die VHS-Schüler/innen sich sowohl in den leistungsstärkeren als auch in den leistungsschwächeren Bereichen des Leistungsspektrums jeweils auf einem höheren Leistungsniveau befinden. Zudem zeigt sich in der VHS eine geringere Leistungsstreuung im Leseverständnis. In Mathematik bestehen geringe Unterschiede im Leistungsniveau und in der Leistungsstreuung. In den Leistungsdaten des Sachunterrichts schneiden VHS-Schüler/innen insgesamt sowie in allen Leistungsbereichen auf einem höheren Niveau ab."

Volle Halbtagsschulen haben mehr Lehrerwochenstunden - ist das ungerecht?  Zurück nach oben

Unser Ziel muss eine positive Weiterentwicklung der Schulen sein, nicht das Kürzen auf das finanziell günstigste Niveau. Die Vollen Halbtagsschulen haben sich nicht nur bewährt, sie dienen auch als Vorbild für andere Schulen.

Auch die Regierungsparteien haben noch in ihrer Oppositionszeit immer wieder die Vollen Halbtagsschulen zum Vorbild erklärt und ihren Bestand zugesichert. Jetzt hält sich die Landesregierung nicht an die Versprechen, die ihre Mitglieder als Wahlkämpfer verbreitet haben.

Mein Kind geht auf eine Realschule; was bring mir das Volksbegehren?  Zurück nach oben

Realschüler werden seit der Einführung des Abiturs nach acht Jahren an Gymnasien erheblich benachteiligt, denn die Durchlässigkeit zwischen Realschulen und Gymnasien hat sich deutlich verändert: während an den Gymnasien zunehmend „abgeschult“ wird, Schülerinnen und Schüler also an die Realschulen abgedrängt werden, haben umgekehrt immer weniger Schülerinnen und Schüler die Chance, während der Sekundarstufe I (5. bis 10. Klasse) von einer Realschule auf ein Gymnasium zu wechseln. Anhand der vom Kultusministerium veröffentlichten Zahlen lässt sich das konkret nachvollziehen:

Schulformwechsler 2005 bis 2008 in den Jahrgängen 5 bis 10 insgesamt:

Schülerinnen und Schüler, die vom Gymnasium zur Realschule gewechselt sind:

Schuljahr 2005/06:   3.015 Schüler (1,7 %)

Schuljahr 2006/07:   3.554 Schüler (2,0 %)

Schuljahr 2007/08:   3.809 Schüler (2,2 %)

Schuljahr 2008/09:   4.329 Schüler (2,5%)

 

Schülerinnen und Schüler, die von der Realschule zum Gymnasium gewechselt sind:

Schuljahr 2005/06:   636 Schüler (0,4 %)

Schuljahr 2006/07:   492 Schüler (0,3 %)

Schuljahr 2007/08:   421 Schüler (0,2 %)

Schuljahr 2008/09:   399 Schüler (0,2%)

 

In den jeweiligen 7. Jahrgängen wird diese Entwicklung besonders deutlich:

 

Schülerinnen und Schüler, die vom Gymnasium zur Realschule gewechselt sind:

Schuljahr 2005/06:   643 Schüler (2,2 %)

Schuljahr 2006/07:   900 Schüler (3,1 %)

Schuljahr 2007/08:   920 Schüler (3,2 %)

Schuljahr 2008/09:   1020 Schüler (3,5%)

 

Schülerinnen und Schüler, die von der Realschule zum Gymnasium gewechselt sind:

Schuljahr 2005/06:   137 Schüler (0,5 %)

Schuljahr 2006/07:   122 Schüler (0,4 %)

Schuljahr 2007/08:   92 Schüler (0,3 %)

Schuljahr 2008/09:   76 Schüler (0,2%)

Die Zahlen belegen: Seit Einführung des Abiturs nach acht Jahren an den Gymnasien ist die Zahl der „Aufsteiger“ von der Realschule in den 7. Jahrgängen “ innerhalb von vier Jahren absolut um rund 45 Prozent zurückgegangen (76 statt vorher 137), relativ aber sogar um mehr als die Hälfte (0,2 % eines siebten Jahrganges zu vorher 0,5 %). Die Zahl der „Absteiger“ von einem Gymnasium zu einer Realschule ist im selben Zeitraum jedoch deutlich gestiegen.

Diese Entwicklung verstößt gegen das im Schulgesetz verankerte „Prinzip der Durchlässigkeit“ zwischen den Schulformen (§ 59 Abs. 1 Satz 3 NSchG). Deshalb profitieren gerade auch Realschüler von der Rückkehr zur neunjährigen Schulzeit bis zum Abitur an Gymnasien und Gesamtschulen.

 

 

 

 

 

Fragen zur Abwicklung / Unterschriften sammeln

Welche Unterschriften zählen?  Zurück nach oben

Das Niedersächsische Volksabstimmungsgesetz enthält strenge Regeln. Werden sie nicht beachtet, sind die gesammelten Unterschriften ungültig und können nicht zum Erfolg des Volksbegehrens beitragen.

Alle Unterzeichnerinnen und Unterzeichner müssen in Niedersachsen stimmberechtigt sein:
- sie müssen also die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen,
- das 18. Lebensjahr vollendet
- und seit drei Monaten ihre Hauptwohnung in Niedersachsen haben.
Für jede Unterschrift müssen diese Voraussetzungen von der Gemeinde des Hauptwohnsitzes bestätigt werden.

Bitte beachten Sie deshalb:

Eine Unterschrift aus einer anderen Gemeinde - was tun?  Zurück nach oben

Sie haben die Unterschrift von einer Person gesammelt, die ihren Hauptwohnsitz in einer anderen Gemeinde hat?

Kein Problem, solange die Unterschrift auf einer eigenen Liste steht. Sie können die Liste persönliche in der Hauptwohnsitz-Gemeinde der Person abgeben oder per Post dorthin übersenden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, senden Sie uns die Liste einfach per Post an

Volksbegehren für gute Schulen
Berliner Allee 18, 30175 Hannover

Wir verschicken die Listen gesammelt an die zuständigen Gemeinden.
Eine Liste der niedersächsischen Städte & Gemeinden finden Sie bei Wikipedia und eine Karte zum durchsuchen auch hier.
Für die Vollständigkeit der Angaben und deren Aktualität sind wir nicht verantwortlich.

Mehrere Unterschriften aus verschiedenen Gemeinden auf einer Liste?  Zurück nach oben

Was können Sie tun, wenn Sie auf Ihrer Liste Unterschriften aus verschiedenen Gemeinden feststellen?

Reichen Sie bitte den Bogen in der Gemeinde ein, in der die meisten Unterzeichner ihren Hauptwohnsitz haben, und schreiben Sie den Unterzeichner(innen) in den übrigen Gemeinden einen freundlichen Brief, in dem Sie auf das Problem des Hauptwohnsitzes hinweisen, einen neuen Unterschriftenbogen sowie das Hinweisblatt für die Sammler beilegen und bitten, den neuen Bogen ausgefüllt in der dortigen Gemeinde abzugeben.

Kann ich mir den Bogen zum Sammeln auch selbst ausdrucken / kopieren?  Zurück nach oben

Ja, Sie ersparen uns damit viel Arbeit und Kosten. Auch die Vorlagen für Plakate, Flyer, Hinweise zur Unterstützung des Volksbegehrens sowie für die Sammler können von dieser Internetseite heruntergeladen und unmittelbar zum eigenen Druck genutzt werden.

Bitte beachten Sei beim Ausdruck der Unterschriftenbögen:

Nur Unterschriften auf dem vom Landeswahlleiter anerkannten Formular sind gültig. Sie können das Formular auf der folgenden Seite herunter laden. Bitte beachten Sie dabei:

Schadet es, wenn eine Person mehrfach unterschreibt?  Zurück nach oben

Nein! Mehrfach abgegebene Unterschriften führen nach dem Volksabstimmungsgesetz nicht zur Ungültigkeit der Stimme, sondern zählen nur einfach.